Jugend

2. Innovationsworkshop für Jugendliche in der Astronomie in Ottobeuren

Am 5. Oktober 2019 wurde von Rolando Dölling der erste Innovationsworkshop für Jugendliche ins Leben gerufen. Im Rahmen der VdS-Fachgruppe Astronomische Vereinigungen, trafen sich über 30 interessierte Sternfreunde in Frankfurt a. M. Ziel war es, gemeinsam mit den Jugendlichen Konzepte zu erarbeiten, um Vereine in der astronomischen Jugendarbeit zu unterstützen. Dabei entstanden auch viele neue Ideen und Anregungen, welche in den Folgejahren umgesetzt werden sollten.

Seit diesem Treffen war es Harald Steinmüller (Leiter FG AV Region Süd) ein Anliegen, nach inzwischen 2 Corona-Jahren, einen weiteren Innovationsworkshop zu organisieren und die Förderung der Jugendarbeit weiter auszubauen. Gemeinsam mit Markus Kohler (Jugendleiter Astronomische Vereinigung Bodensee) und Micha Schomann (Leiter FG AV) wurde ein Programm erarbeitet und die Jugendgruppen der Regionen Süd und West eingeladen.

Am Abend des 1. Juli 2022 trafen sich die Teilnehmer auf dem Marktplatz in Ottobeuren. Dabei waren sechs Vertreter der Jugendgruppe der Bodensee-Sternwarte (Baden-Württemberg), zwei junge Erwachsene von der Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl (NRW) und zwei Schülerinnen der Sternfreunde Ursensollen (Bayern). Im Laufe des Abends stießen Michael Schomann und Alexander Golitschek der Volkssternwarte Darmstadt dazu. Nach einer Stärkung beim Italiener ging es weiter zur Sternwarte.

Dort hat die Teleskop Teens Truppe (Bodensee-Sternwarte) ihr mobiles Trackingteleskop aufgebaut. Das 250 kg schwere, auf einem Anhänger montierte System, kann mittels Joystick verfahren werden und liefert dank des 400 mm Spiegels hervorragende Bilder. Früh morgens um 3:45 Uhr standen drei Schüler auf, um einen Überflug der ISS unter hervorragenden Bedingungen zu fotografieren.

Der nächste Morgen begann mit einem gemeinsamen Frühstück in der Sternwarte. Dabei trafen mit Wolfgang und Michelle Forth sowie Moritz Kling (Ottobeuren) und Meike Wenzelburger (BaWü) die letzten Teilnehmer des Workshops an.

Nach der Vorstellung der Gastgebersternwarte und der Vereinigung der Sternfreunde, begann das offizielle Programm. Markus Kohler gab einen Überblick über den ersten Innovationsworkshop, die Ergebnisse und noch offenen Punkte. Darauf folgte eine gesprächige Runde, in der jeder seine Wünsche und Anregungen für den Workshop einbringen konnte. Aus dieser Diskussion heraus entsprangen auch die konkreten Workshopgruppen:

  • Jugendarbeit aufbauen / unterstützen
    • Was braucht ein Verein (organisatorisch) um Jugendarbeit zu betreiben?
    • Wie kann man Kinder / Jugendliche für die Astronomie begeistern?
    • Was kann man in Jugendgruppen machen? (fachlich und sozial angepasst)
  • Möglichkeiten für Treffen, Events und Kooperationen
    • Welche verschiedenen Varianten an Treffen und Kooperationen gibt es?
    • Welche Vor- und Nachteile haben die Varianten?
    • Wie kann man Events (über)regional bewerben?
  • Vernetzung der Jugendgruppen
    • Schreiben einer Rundmail an die Vereine: Wer möchte oder hat Jugendarbeit?
    • Über welche Plattformen kann man Jugendliche / Jugendleiter vernetzen?
    • Open Source Arbeitsmaterialien: Verteilung über eine Cloud?
  • aktives Arbeiten der lokalen Prozesse
    • Bericht über den Innovationsworkshop schreiben
    • Sich um Gruppenfotos, WA-Gruppe für künftigen Kontaktaustausch usw. kümmern
    • Nachtreffen organisieren und kommunizieren
Sonnenbeobachtung mit den Teleskopen von Meike und Alex

Auf das Mittagessen (gesponsert von der VdS!) folgten ein Gruppenbild sowie Sonnenbeobachtungen mit zwei LUNT-Teleskopen. Am Nachmittag vervollständigten die Projektgruppen ihre Themensammlungen und Ideen und bereiteten diese grafisch auf.

Im Ortskern von Ottobeuren fand an diesem Wochenende das „Ottobeurer Fescht“ statt. Geschlossen konnten sich die Teilnehmer von den diversen bayrischen und Allgäuer Spezialitäten überzeugen, um danach den Planetenweg zur Sternwarte zurück zu wandern. Bei der anschließenden Beobachtungsnacht wurden neben Standardobjekten auch die Planeten und sogar ein ISS-Überflug beobachtet und gefilmt.

„Sonnenbank“ neu definiert …
Ottobeuren war die Heimat von Pfarrer Kneipp. Deshalb war auch ein erfrischendes Wassertreten mit im Programm …

Aufgrund der langen Heimreise einiger Teilnehmer, wurde der Vormittag eher kurz gehalten. Nach hervorragendem Frühstück präsentierten die Gruppen ihre spannenden und höchst produktiven Ergebnisse. In der anschließenden Feedbackrunde wurden viele Aspekte reflektiert. So sind neue Freundschaften und Kooperationen entstanden, alle bekamen einen breiten Einblick in die Jugendarbeit anderer Sternwarten und auch der soziale Austausch wurde gelobt. Als einzigen Kritikpunkt und Anregung nehmen wir für das nächste Treffen mit, den Teilnehmern mehr Zeit zu geben, denn ein Tag der produktiven Arbeit schien den Jugendlichen zu wenig, sie möchten gerne mehr machen!

Der Abschied fiel schwer, da wir uns in den drei Tagen sehr zu schätzen gelernt haben. Dennoch war jeder glücklich, an diesem Wochenende etwas bewirkt und neue Kontakte geknüpft zu haben. Zum Schluss bleibt das Motto in Erinnerung: „Als Jugendliche wirklich etwas bewegen!“

Autoren: Markus Kohler, Justin Renz (Bodensee-Sternwarte)